Leo Baeck Programm. Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung

Ausgewählte Projekte

Das Pilotprojekt

www.gabrielriesser.de

Gabriel Riesser (1806 1863). Bürgerrechte 1848 Emanzipation –  Judentum

 


Gabriel Riesser, 1849

 

Gabriel Riesser war eine Symbolfigur für die deutschen Juden des 19. Jahrhunderts. Er stritt publizistisch und in öffentlichen Reden für die rechtliche Gleichstellung der Juden, indem er eine Verfassung forderte, die auf der Grundlage von Freiheit und Gleichheit aller Deutschen basierte. Jüdische Emanzipation war nach Riesser nur möglich als Teil der Gesamtemanzipation der Deutschen zu freien und gleichen Bürgern in einem geeinten Vaterland. Riessers Bekenntnis zum Judentum und zu Deutschland sowie sein Engagement für eine konstitutionelle Monarchie machen ihn zu einer anschaulichen historischen Figur, um jüdische Geschichte mit der allgemeinen zu verbinden bzw. um deutsche Geschichte am jüdischen Beispiel zu erzählen.

Das Pilotprojekt zu Gabriel Riesser wurde von der Arbeitsstelle des Leo Baeck Programms „Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung“ im Jüdischen Museum Frankfurt entwickelt. Es dient der Förderung des integrativen Ansatzes der deutsch-jüdischen Geschichte im Schulunterricht.

Das Lehrmaterial besteht aus zwei Teilen:

1. Die Website www.gabrielriesser.de enthält eine Auswahl von Einführungstexten, Quellen, Zeichnungen, Karikaturen, Fotografien, Karten und didaktischen Fragen für den Unterricht. Sie bietet einen Pool von Informationen, stellt Bezüge zu den allgemeinen Themen im Geschichtsunterricht her und liefert Bearbeitungsvorschläge mit Lösungsskizzen.

2. Die „Ausstellung aus dem Koffer“ beinhaltet insgesamt zehn Ausstellungstafeln.

Fünf davon sind mit Texten und Bildern fertig produziert und bieten Grundinformationen zu Person und Wirkung Gabriel Riessers. Die fünf übrigen Ausstellungstafeln sind unbedruckte Rohlinge und sollen durch die Schüler beschriftet und gestaltet werden. Themenvorschläge mit Arbeitsaufträgen, die auch auf die Gegenwart und den Alltag der Schüler eingehen, sowie technische Hilfsmittel liegen den Ausstellungstafeln bei.

Die Schüler sollen angeleitet werden, eine Ausstellung professionell auszuarbeiten.

Die komplette Ausstellung mit zehn Tafeln kann z.B. am Ende einer Projektwoche im Foyer einer Schule ausgestellt werden.

Lösungsskizzen und Ausstellung können unter

lehrerfortbildung.lbi@stadt-frankfurt.de bestellt werden. 

 

Die Lindenstraße

Lernen am historischen Ort

 


Synagoge in der Lindenstraße, Berlin

Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg entwickelte einen Stadtrundgang durch die Berliner Lindenstraße. An verschiedenen Stationen des Rundgangs werden Informationen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart als Teil der deutschen Presse-, Verlags- und Vereinsgeschichte gegeben. Wer weiß beispielsweise, dass sich hier die liberale Synagoge und das Gemeindezentrum befanden und was der Unterschied zwischen liberalen, orthodoxen und konservativen Juden war? Im Stadtrundgang soll die Entfernung zu den historischen Daten durch die räumliche Nähe kompensiert werden.
Dazu entstand eine Publikation für Lehrer und Lehrerinnen sowie ein virtueller Stadtrundgang im Internet.

www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de

 

Tora und Textilien

Lernangebot zur jüdischen Geschichte und Gegenwart in Wuppertal

  


Kinder arbeiten zur jüdischen Geschichte in Wuppertal, Foto: Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal

Das Kooperationsprojekt zwischen der Evangelischen Kirche und der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal verfolgt einen interdisziplinären Ansatz. Im Rahmen des Projektes wurde eine Materialmappe für den Geschichts-, Politik-, Deutsch- oder Ethikunterricht zusammengetragen, die über die lokale Geschichte der Juden in Wuppertal informiert. Vorgesehen ist die Konzeption einer Stadterkundung. Außerdem wurden Bilder, Dokumente, Erläuterungen und Übersichten zusammengetragen und mit Arbeitsaufträgen für den Unterricht versehen. Dabei steht die aktive Rolle der Juden in der Entwicklung Wuppertals durch die Jahrhunderte im Vordergrund, die Darstellung erfolgte aus „jüdischer Perspektive“, was bedeutete, besonders jüdische Quellen zu berücksichtigen.

www.ekir.de/wuppertal/schulreferat

 

Jüdisches Leben in den Medien

Arbeit mit Filmen im Unterricht über jüdisches Leben heute

 


© Amadeu Antonio Stiftung

Grundlage des Projekts ist eine von der Amadeu Antonio Stiftung erarbeitete Handreichung, die Arbeitsvorschläge für die Sekundarstufen I und II enthält. Die ausgewählten Filme beschäftigen sich inhaltlich mit aktuellem jüdischem Leben in Deutschland und sind in die Kategorien Spielfilme, Dokumentarfilme und Projektfilme unterteilt. Um sich den Filmen inhaltlich besser nähern zu können, sind Vorschläge für Arbeitsgruppen erstellt worden. Nachfolgend eine Auswahl der behandelten filmischen Beiträge: "Ein ganz gewöhnlicher Jude", "Max Minsky und ich", "Die Judenschublade", "Leben und leben lassen", "Fisch und Vogel", "Zweiter Anlauf - junge Juden in Sachsen-Anhalt".

www.amadeu-antonio-stiftung.de

  

 

 

Juden in der DDR

Jüdisches Leben im Osten Deutschlands

 


Feierlichkeiten zur Weihe der Synagoge Fiedlerstraße/Dresden, © Jüdische Gemeinde zu Dresden

Die von HATiKVA e.V. erarbeitete CD-ROM beinhaltet neben Dokumenten und Selbstzeugnissen Bausteine für den Unterricht. Zum einen können Jugendliche einen rudimentären Einblick in das Verhältnis zwischen Jüdischen Gemeinden und dem Staatsgebilde der ehemaligen DDR gewinnen. Zum anderen kann zu den unterschiedlichen Selbstwahrnehmungen jüdischer Menschen und ihrem nicht immer einfachem Verhältnis zur nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft und zur DDR gearbeitet werden.

Ergänzt werden die Materialien durch eine Literaturliste und zahlreiche Abbildungen.

www.hatikva.de

 

 

 

Migration und jüdische Geschichte

Das Beispiel Frankfurt a.M.

 


Museum Judengasse Frankfurt am Main, © Jüdisches Museum Frankfurt, Prestel Verlag

Das Projekt vermittelt die Attraktivität historischer und kultureller Einrichtungen als wichtige Orte der Identitätsfindung von Schülerinnen und Schülern. Es ist in Kooperation mit Frankfurter historischen Museen und Institutionen entstanden und in den Schulunterricht implementiert worden. Das Thema Einwanderung wird unter anderem am Beispiel der Frankfurter Judengasse mittels eines Erkundungsbogenes und Bevölkerungsstatistiken thematisiert. Arbeitsblätter und Führungen zum Themenkreis Familiennetzwerke, Mobilität und Aufklärung, die  Beschäftigung mit Anne Frank und ihrer Familie wie auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte des DP-Lagers Zeilsheim vervollständigen das Lernangebot beispielsweise seitens des Jüdischen Museums, der Anne Frank Begegnungsstätte und des Fritz Bauer Instituts.

www.juedischesmuseum.de

 

Angekommen?! 

Jüdische Zuwanderung nach Deutschland 1990 - 2010

 


Ausstellungsstücke, © Jüdisches Museum Westfalen

Im Zuge einer Wechselausstellung erarbeitete das Jüdische Museum Westfalen eine pädagogische Handreichung zum Themenkreis der russisch-jüdischen Neueinwanderer. In Form von Kurzinterviews und detaillierten Arbeitsanweisungen zu den Ursachen der Auswanderung, dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg, Prägungen der alten Heimat und dem Kapitel Jüdische Wurzeln - Identitäten und Zukunft können punktuell Erkenntnisse zur persönlichen Geschichte und Lebenswirklichkeit einzelner aus Russland emigrierter Menschen gewonnen werden.

www.jmw-dorsten.de

  

History und Oral History

Jüdisches Leben in Berlin

 

 


Kinder vor einem Chanukka-Leuchter,

© Leo Baeck Archiv, Jüdisches Museum Berlin

Am Beispiel von jüdischem Sportleben, Chanukka und Weihnukka sowie Bar/Bat Mizwa und der jüdischen Konfirmation für Jungen und Mädchen wird die Geschichte jüdischen Lebens in Berlin behandelt. Jedem der drei Themen sind Texte zugeordnet, die in die jeweilige Thematik einführen und durch Bildmaterial gestützt werden. Ergänzend hierzu wurden Interviews aus dem Visual History Archive der Shoah Foundation angefügt, die in einer gesonderten CD beiliegen und die Videointerviews, Bilder, Kurzbiografien und Glossare beinhalten.

www.geschkult.fu-berlin.de/e/judaistik/

 

Als die Kinder in Langen samstags zur Synagoge gingen

Ein Kinder-Stadtführer

  


Kinder der Egelsbacher Volksschule und ihre Lehrerin, © Sammlung Gabriele Klein 

Der Kinder-Stadtführer zum jüdischen Leben in Langen (Hessen) besteht aus drei Teilen: einem Ausflug in das Jahr 1930, in die NS-Zeit und in die Nachkriegszeit bis hin zur heutigen Lebenssituation in Langen. Erzählt wird in diesem Stadtrundgang die Geschichte einiger Langener Familien vor und nach der NS-Zeit. Daneben werden jüdische Feiertage und überblicksartig auch die hebräische Schrift thematisiert. Der Hinweis für Lehrkräfte und Erwachsene zum Kinder-Stadtführer und eine kurze Literaturliste ergänzen die Materialsammlung.

www.fritz-bauer-institut.de

 

Jüdische Geschichte und Kultur in Brandenburg

Lehrerhandreichung für Grundschulen

 


Bagels, © Julia Jaro-Oberer

Im Auftrag des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien in Potsdam entstand ein sehr umfangreiches Werk, das sich mit der Vermittlung jüdischen Lebens in Grundschulklassen beschäftigt. In acht Kapiteln werden unter anderem die Grundlagen des Judentums, die Institutionen einer jüdischen Gemeinde, Feste, die Kaschrut, Sprache und Schrift, Shoa, Widerstand un Neubeginn sowie in einem regionalen Abschnitt die brandenburger jüdische Geschichte behandelt. Der beigefügte Anhang ist umfangreich und enthält weiterführende Literatur ebnso wie Hinweise auf Internet-Seiten und Institutionen.

www.mmz-potsdam.de

 

 

 

 

 

  


 

aktualisiert am 20.04.2011
© Leo Baeck Programm. Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung