Leo Baeck Programm. Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung

Eine gemeinsame Initiative der Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts e.V., der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung

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    Leo Baeck (1873 – 1956)

     

     
    Leo Baeck in London 1949,

    Foto: Jüdisches Museum Frankfurt

    Leo Baeck war Rabbiner und einer der bekanntesten Vertreter des deutschen, liberalen Judentums.

    Er wurde in Lissa geboren, studierte in Breslau und übernahm 1897 seine erste Rabbinatsstelle in Oppeln. 1905 erschien sein Hauptwerk „Das Wesen des Judentums“. 1933 wurde er Präsident der Reichsvertretung der Deutschen Juden, einer Dachorganisation jüdischer Organisationen.

    1943 wurde er in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Er überlebte und ging nach dem Zweiten Weltkrieg nach London. Dort wurde er Präsident der „Weltunion für progressives Judentum“. 1956 starb er in London.


    Leo Baeck war schon zu seinen Lebzeiten eine Symbolfigur des deutschen Judentums. Das 1955 in Jerusalem, London und New York gegründete Leo Baeck Institut macht es sich seither zur Aufgabe, das Erbe der Wissenschaft des Judentums und der deutsch-jüdischen Geschichtsschreibung für künftige Generationen aufzubewahren. 

     

     

    Die Partner

    Das Leo Baeck Programm „Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung“ geht auf eine gemeinsame Initiative der Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts e.V., der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung zurück.

    Die neue Förderphase des LBP erfolgt seit Juli 2011 durch die Stiftung EVZ.

     

    Die Freunde und Förderer des Leo Baeck Instituts haben bereits im Jahre 2001 eine Kommission zur Verbreitung der deutsch-jüdischen Geschichte im Unterricht eingesetzt, nachdem Schulbuchanalysen ergeben hatten, dass Juden in der Geschichte zumeist nur als Objekte und Opfer mittelalterlicher Verfolgungen und des Holocaust erscheinen. Dieses Bild zu korrigieren und darauf hinzuwirken, dass Juden als Träger einer eigenen Kultur und Mitgestalter der modernen Welt in Erscheinung treten, machte sich die Kommission zur Aufgabe. In einem ersten Schritt hat sie ein Kern-Curriculum zur deutsch-jüdischen Geschichte für den Unterricht formuliert, die so genannte „Orientierungshilfe“.

     

    Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ fördert mit dem Leo Baeck Programm die Erforschung und Vermittlung des geistigen und kulturellen Erbes deutsch-jüdischer Geschichte an Schulen und Hochschulen. Einen Bestandteil bildet die Förderung von Lehrerfortbildungen, Schulmaterialien und beispielhaften Schulprojekten im Rahmen dieses Programms. Das Leo Baeck Programm steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff.

    Das Leo Baeck Programm wird ab Juli 2011 in veränderter Konstellation durch die Stiftung EVZ ausgeschrieben.

     

    Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung unterstützt das Leo Baeck Programm „Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung“ im Rahmen ihres Förderbereichs „Erziehung zur Demokratie“ – unter dieses Leitmotiv stellt sie ihre Bildungsarbeit.

     

     

    Die Kommission

    Die Kommission zur Verbreitung der deutsch-jüdischen Geschichte im Unterricht hat im Jahre 2003 ein Kern- Curriculum zur deutsch-jüdischen Geschichte für den Schulbereich, die so genannte "Orientierungshilfe", herausgegeben. Zur Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien steht sie in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie berät Geschichtsinstitutionen bei der Bearbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte. Für das Leo Baeck Programm „Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung“ hat sie wichtige Vorarbeit geleistet.

     

    Die Kommission setzt sich aus namhaften Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Lehrpraxis zusammen. Ihr gehören an:

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Das Pilotprojekt und die Datenbank zur deutsch-jüdischen Geschichte

    www.gabrielriesser.de

    Gabriel Riesser (1806 1863). Bürgerrechte 1848 Emanzipation – Judentum

    Gabriel Riesser war eine Symbolfigur für die deutschen Juden des 19. Jahrhunderts.

    Er stritt publizistisch und in öffentlichen Reden für die rechtliche Gleichstellung der Juden, indem er eine Verfassung forderte, die auf der Grundlage von Freiheit und Gleichheit aller Deutschen basierte. Jüdische Emanzipation war nach Riesser nur möglich als Teil der Gesamtemanzipation der Deutschen zu freien und gleichen Bürgern in einem geeinten Vaterland. – Riessers Bekenntnis zum Judentum und zu Deutschland sowie sein Engagement für eine konstitutionelle Monarchie machen ihn zu einer anschaulichen historischen Figur, um jüdische Geschichte mit der allgemeinen zu verbinden bzw. um deutsche Geschichte am jüdischen Beispiel zu erzählen.

     

    Das Pilotprojekt zu Gabriel Riesser wurde von der Arbeitsstelle des Leo Baeck Programms „Jüdisches Leben in Deutschland – Schule und Fortbildung“ im Jüdischen Museum Frankfurt entwickelt. Es dient der Förderung des integrativen Ansatzes der deutsch-jüdischen Geschichte im Schulunterricht.

     

    Das Lehrmaterial besteht aus zwei Teilen:

     

    1. Die CD-ROM enthält eine Auswahl von Einführungstexten, Quellen, Zeichnungen, Karikaturen, Fotografien, Karten und didaktischen Fragen für den Unterricht. Sie bietet einen Pool von Informationen, stellt Bezüge zu den allgemeinen Themen im Geschichtsunterricht her und liefert Bearbeitungsvorschläge mit Lösungsskizzen.
    2. Die „Ausstellung aus dem Koffer“ beinhaltet insgesamt zehn Ausstellungstafeln. Fünf davon sind mit Texten und Bildern fertig produziert und bieten Grundinformationen zu Person und Wirkung Gabriel Riessers. Die fünf übrigen Ausstellungstafeln sind unbedruckte Rohlinge und sollen durch die Schüler beschriftet und gestaltet werden. Themenvorschläge mit Arbeitsaufträgen, die auch auf die Gegenwart und den Alltag der Schüler eingehen, sowie technische Hilfsmittel liegen den Ausstellungstafeln bei. Die Schüler sollen angeleitet werden, eine Ausstellung professionell auszuarbeiten. Die komplette Ausstellung mit zehn Tafeln kann z.B. am Ende einer Projektwoche im Foyer einer Schule ausgestellt werden.

     

    Beide Teile der Unterrichtseinheit zu Gabriel Riesser können getrennt oder gemeinsam unter lehrerfortbildung.lbi@stadt-frankfurt.de bestellt werden. 

     


    www.bpb.de/deutschjuedischegeschichte

    Die Datenbank zur deutsch-jüdischen Geschichte
    Das Datenbank-Projekt des Leo Baeck Programms zur deutsch-jüdischen Geschichte entstand in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Datenbank bietet einen Einstieg wie auch einen Überblick zu zahlreichen Materialien, die im Schulunterricht zum Thema deutsch-jüdische Geschichte eingesetzt werden können und die Vermittlung derselben unterstützen wie auch ergänzen. Aufgenommen wurden Beiträge, die aus den Förderprojekten des Leo Baeck Programms hervorgingen wie auch Handreichungen von Museen und anderen außerschulischen Bildungseinrichtungen. Interessierte Pädagogen finden – nach Schulstufen klassifiziert – beispielsweise Arbeitsblätter, Internet-Seiten, Materialmappen, CD-ROMs oder DVDs. Die Unterlagen können bei dem jeweiligen Anbieter direkt bestellt werden. Jährlich findet eine inhaltliche Aktualisierung des Informationsportals statt.

     

    Unter www.bpb.de/deutschjuedischegeschichte lässt sich die Datenbank einsehen.

     

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    aktualisiert am 11.07.2011
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